Der Gardasee – ein wunderschönes See- und Alpenpanorama und ein echtes Dorado für alle Outdoor-Fans! Für alle, die gerne klettern, wandern oder Mountainbike fahren, bietet die abwechslungsreiche Natur eine Vielzahl an Fahr- und Wanderwegen. Besonders beeindruckend ist das Ostufer des Sees mit dem alles überragenden Monte Baldo Gebirge.

An der Ostküste des Gardasees sticht vor allem eines hervor: das mächtige Monte Baldo Massiv. Mit einer Höhe von über 2000 m und einer Länge von fast 37 km bietet das Massiv nicht nur für die Touristen einen beeindruckenden Anblick, sondern beherbergt gleichzeitig auch zahlreiche Pflanzenarten. Da es sich hierbei um bis zu 600 verschiedene Spezies handelt, werden die Berge des Massivs auch „Botanischer Garten Italiens“ genannt.

Zahlreiche Wanderwege führen auf und um das Bergmassiv. Wir wollen hier zwei verschiedene Wanderrouten vorstellen, die ein echtes „Muss“ für alle Wanderfans sind. Die erste führt auf den Gipfel „Tratto Spino“ („Dornbusch“) und beginnt im malerischen Ort Malcésine. Die zweite Route ist weitaus abgelegener vom Massentourismus und führt auf den „Monte Altissimo“ und damit auf den höchsten Berg der gesamten Massivkette.

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Wandertour 1: Zu Fuß oder mit der Seilbahn – der Tratto Spino ist von Malcésine auf verschiedene Weisen erreichbar

Direkt in der Ortschaft Malcésine startet die hochmoderne Kabinenseilbahn „Funivia Panoramica“. Diese führt zunächst zur Mittelstation (wo man umsteigen muss), bevor man hoch hinaus auf den Gipfel des Tratto Spino gebracht wird. Während der Fahrt rotiert die Kabine einmal im Kreis, sodass jeder Fahrer einmal die atemberaubende Sicht auf den blauen Teppich des Gardasees erhalten kann. Obwohl die Fahrt ziemlich teuer ist (13 Euro ab Malcésine, 10 Euro ab der Mittelstation San Michele; Preis jeweils nur Hinfahrt), sollte man sich gut überlegen, ob man wirklich vor dem Preis zurück schreckt und den Berg lieber zu Fuß besteigt. Denn der Wanderweg, der zum 1760m hohen Gipfel führt, ist alles anderes als ein kleiner Spaziergang.

Die Wanderung kann direkt im Ort Malcésine begonnen werden. Rot-weiß markierte Schilder weisen den Weg, der direkt rechts neben der Seilstation beginnt und zunächst auf schmalen asphaltierten Straßen durch die Hügel der Ortschaft und zur Mittelstation San Michele führt. Wer ein Auto hat, kann sich diesen zunächst noch recht unspektakulären Anstieg ersparen und direkt zur in 57 Metern hoch gelegenen Mittelstation fahren. Von dort beginnt der eigentliche Wanderweg, der durchgängig steil und daher sehr anstrengend ist. Wer diesen Berg bezwingen will, muss über ausreichend Kondition verfügen. Feste Wanderschuhe sind ein Muss (außerdem sind Wanderstöcke vor allem für die engen und felsigen Abschnitte sehr empfehlenswert), da vor allem auf dem letzten Abschnitt kurz vor dem Gipfel steinige und teilweise sehr rutschige Pfade passiert werden müssen. Allgemein sollte mit einer Wanderzeit von mindestens vier Stunden gerechnet werden. Der Weg ist hierbei stets gut zu finden und ausreichend ausgeschildert (rot-weiße Markierungen und leicht ersichtliche Schilder).

Zunächst führt der Weg durch die Kuhwiesen und Olivenhaine der angesiedelten Bauern. Schließlich mündet er auf einem breiten Schotterweg, der sich auf serpentinenförmigen Bahnen  durch den Wald schlängelt. Der Anstieg ist steil und man staunt nicht schlecht über die Antriebskraft der teilweise vorbeifahrenden italienischen Kleinautos, die sich wie motorisierte Bergziegen bergaufwärts bewegen. Zwischen den Bäumen kann man immer wieder einen Ausblick auf den stahlblauen Gardasee erhaschen und es lässt sich nur erahnen, was für ein einzigartiges Panorama auf der Bergspitze auf einen wartet. Um dieses auch wirklich genießen zu können, sollte man die Wanderung nicht an wolkigen oder diesigen Tagen  unternehmen. Der erste atemberaubende Aussichtspunkt wird nach circa 2,5 Stunden erreicht. Von einem Felsvorsprung, der den umliegenden Wald überragt, bieten sich kilometerweite Ausblicke auf den See und die Berge. Nach einer weiteren halben Stunde erreicht man schließlich die Baumgrenze: spätestens ab hier liegt einem die beeindruckende Schönheit des Sees und der Gebirgskette im Norden und Westen wahrhaftig zu Füßen.

Die letzten Meter sind allerdings besonders anstrengend, da der Weg hier sehr steinig wird und viel Konzentration erfordert. Wer den Ausblick gerne ein bisschen länger genießen möchte, kann eine Pause auf einer der von Wildblumen übersäten Bergwiese machen. Von dort sind auch die zahlreichen bunten Segel der Paraglider zu beobachten, die mehrmals täglich mit der Seilbahn auf den Gipfel fahren und von dort ihre Flugtouren starten (bei guten Windverhältnissen kann ein Abflug von der Bergspitze bis zu 20 Minuten dauern!). Wer es schließlich bis zum Gipfel des Tratto Spino geschafft hat, wird für all seine Anstrengungen mit dem wunderschönen Ausblick belohnt. Auf der Bergspitze erwarten einen zudem die üblichen touristischen Einrichtungen (Gaststätte, Souvenirshop), die vor allem im Sommer von Menschenmassen überflutet werden. Die meisten Touristen bezwingen den Berg allerdings mit der Seilbahn und nur sehr wenige wagen den anstrengenden Wanderweg.

Wer es gern etwas weniger anstrengend haben möchte, kann den Berg auch hinunter laufen. Aber Vorsicht: Vor allem am oberen Wanderabschnitt ist der Abstieg rutschig und daher nur mit Konzentration sturzfrei zu bewältigen. Desweiteren sollte auch die körperliche Belastung des Bergabgehens nicht unterschätzt werden, da  das ständige Abbremsen vor allem die Oberschenkel und Knie belastet.

Wandertour 2: Hier geht es hoch hinaus: Auf der „Strada Panoramica“ zum höchsten Berg des Monte Baldo Massivs

Abseits des Massentourismus gibt es einen echten Geheimtipp, der vor allem für Mountainbiker sehr attraktiv ist. Die „Strada Panoramica“ beginnt im Norden des Gardasees im kleinen Bergdorf Nago (vom Gardasee aus kommend direkt hinter der Ortschaft Tòrbole). Ein kleines Schild weist in Richtung der nördlichen Ausläufer des Bergmassivs. Zunächst führt der Weg durch weite Weinfelder, bevor man links auf die Strada abbiegt. Es steht einem offen, ob man die 13 km lange Straße mit dem Auto oder zu Fuß zurück legen möchte. Aber Achtung: Nicht jedes Auto kann hier hoch fahren! Der Weg ist sehr steil und extrem eng. An fast jeder der unzähligen Kurven der Serpentinenstraße wünscht man sich, dass einem kein anderes Auto entgegen kommt. Eine weitere potenzielle Gefahrenquelle stellen zudem die unzähligen Mountainbikefahrer dar, die sich die gesamte Strecke bis hoch zum Gipfel  erstrampeln. Am Ende der asphaltierten Straße befindet sich ein Parkplatz, von dem zu Fuß der restliche Abschnitt bis zum höchsten Berg des gesamten Gardasees, dem Monte Altissimo, zurück gelegt werden kann (Wanderweg 632, circa 1,5 Stunden).

Die gesamte Strecke ist sehr abwechslungsreich und bietet atemberaubende Panoramaausblicke. Der Weg führt zunächst über einen breiten und einfach begehbaren Panoramaweg bis zur Baumgrenze (circa 30 Minuten). Dann endet der breite Weg inmitten saftiger Bergwiesen, auf denen häufig grasende Kühe zu beobachten sind. Ein kleiner Felsvorsprung auf der linken Seite des Weges bietet einen fantastischen Aussichtspunkt. Der Weg (auch hier sehr gut durch Schilder gekennzeichnet) führt auf der rechten Seite weiter und wird sehr eng. Bis zum Gipfel des Monte Altissimo bleibt der Weg fast durchgängig steil. Hier ist festes Schuhwerk ein Muss und auch Wanderstöcke sind sehr empfehlenswert. Vor allem im Herbst und Frühling muss mit einiger Vorsicht gewandert werden, da die Steine oft von aufgeweichter Erde bedeckt und dadurch sehr rutschig sind. Selbst im Sommer ist auf dem Gipfelrücken außerdem noch Schnee aufzufinden. Auf dem Gipfel befinden sich erhaltene Schützengräben und Befestigungsanlagen des Ersten Weltkrieges (das „Refugio Damiano Chiesa“ ist von Juni bis September täglich und im April, Mai, Oktober und November am Wochenende geöffnet).

Wer mit dem Auto nicht die gesamte Asphaltstraße fahren möchte, kann die Wanderung auch schon früher beginnen. Bereits nach circa zwei Kilometern der Strada befindet sich ein kleiner Parkplatz, von dem zwei verschiedene Wanderwege in das Bergmassiv starten. Eine am Parkplatz direkt aufgestellte Wanderkarte bietet hierfür ausreichend Orientierung. Entlang der asphaltierten Straße gibt es außerdem drei wunderschöne Aussichtspunkte, an denen sich ein kurzer Stopp auf jeden Fall lohnt. Nach circa 8 km befindet sich ein hoher Felsbrocken direkt neben der Straße. Die Anstrengungen des Hinaufkletterns werden mit einem wunderschönen Seeblick belohnt. Nur circa 800 m weiter die Straße hinauf führt ein kurzer Fußweg von der Straße ab. Von hier erreicht nach man die kleine und urige Kapelle „Chiesetta alpini dosso Casina“. Einen weiteren Kilometer entlang der PKW-Straße folgt dann auf der rechten Seite das Aqua d´Oro, eine kleine Wasserquelle mit glasklarem Bergwasser.